Fachkraft für Abhängigkeitserkrankungen
Die berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen, die mit suchtkranken Menschen arbeiten oder arbeiten möchten. Dazu zählen insbesondere Pflegefachpersonen (z. B. Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Heilerziehungspflege) in der Psychiatrie sowie Mitarbeitende in Suchtberatungsstellen oder therapeutischen Einrichtungen. Vorausgesetzt wird in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem entsprechenden Feld sowie Berufserfahrung im Umgang mit Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen.
Zielsetzung
Ziel der 12-monatigen Weiterbildung ist es, den Teilnehmer*innen vertiefte Kenntnisse über aktuelle Konzepte der Suchtbehandlung zu vermitteln und ihre Handlungskompetenzen in der Therapie, Pflege, Betreuung und Nachsorge von suchterkrankten Menschen zu erweitern. Dabei werden nicht nur medizinische, psychosoziale und psychotherapeutische Behandlungsansätze vermittelt, sondern auch persönliche und soziale Schlüsselkompetenzen gefördert: die Fähigkeit zur emphatischen Beziehungsgestaltung, zum professionellen Umgang mit Nähe und Distanz, zur Selbstreflexion und Selbstfürsorge sowie zur Deeskalation und Krisenintervention.
Die Teilnehmer*innen lernen, Behandlungsprozesse individuell zu gestalten und werden für aktuelle Entwicklungen wie digitale Abhängigkeiten, genderspezifische Aspekte und Traumafolgestörungen sensibilisiert. So sind sie nach Abschluss der Weiterbildung in der Lage, suchtkranke Menschen mit fachlicher Kompetenz und menschlicher Klarheit über den gesamten Behandlungsprozess hinweg zu begleiten.
So sind sie nach Abschluss der Weiterbildung befähigt, suchtkranke Menschen mit fundierter Fachkompetenz und einer reflektierten, professionellen Haltung über den gesamten Behandlungsverlauf hinweg wirksam zu unterstützen.
Organisation und Umfang der Weiterbildung
Basiskurs (Teil 1-4)
Teil 1: Grundlagen der Abhängigkeitserkrankungen
Einführung in die medizinischen, neurobiologischen und psychosozialen Grundlagen von Sucht. Themen: Wirkweise verschiedener Substanzen, Diagnostik, Risikofaktoren, Prävention. Ziel ist ein solides Grundverständnis zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Abhängigkeit.
Teil 2: Therapieansätze bei Abhängigkeitserkrankungen
Überblick über Behandlungsformen: Entgiftung, Entwöhnung, Nachsorge. Schwerpunkte sind pharmakologische Verfahren, psychotherapeutische Methoden (KVT, MI), Gruppenangebote und Harm-Reduction. Ziel ist die Befähigung zur individuellen Therapieplanung.
Teil 3: Spezielle Herausforderungen in der Suchtarbeit
Behandlung komplexer Themen wie Mischkonsum, digitale Süchte, Genderaspekte, Trauma und Gewalt. Ziel ist der professionelle Umgang mit belasteten Klient*innen und schwierigen Situationen im Praxisalltag.
Teil 4: Rechtliche und soziale Rahmenbedingungen
Vermittlung zentraler rechtlicher und sozialer Grundlagen: BtMG, Unterbringungsrecht, soziale Hilfen, Netzwerke der Suchthilfe. Ziel ist ein sicherer Umgang mit rechtlichen Vorgaben und sozialer Beratung.
Supervision
Die Supervision ist als fester Bestandteil im Basiskursintegriert. Jeweils ein halber bis ganzer Tag pro Teil. Sie dient der Reflexion von Praxisfällen, der Rollenklärung sowie dem Transfer theoretischer Inhalte in den Berufsalltag. Durch die modulintegrierte Struktur ist eine enge Verzahnung mit den jeweiligen Themenschwerpunkten gewährleistet.
Hospitation
Ein wesentliches Element der Weiterbildung sind die Hospitationen, in denen die Teilnehmer*innen praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen der Suchtkrankenhilfe sammeln. Insgesamt sind 3 Wochen Hospitation vorgesehen.
Abschluss-Colloquium
Die Weiterbildung schließt mit einem zweitägigen Abschluss-Colloquium ab, in dem die Teilnehmer*innen ihre erworbenen Kenntnisse unter Beweis stellen und ihre Projektarbeit präsentieren.
Gesamtumfang
| Inhalt | Umfang (UE) |
|---|---|
| Basiskurs inkl. begleitender Supervision | 160 UE |
| Hospitationen | 117 UE |
| Selbststudium & Projektarbeit | 75 UE |
| Abschluss-Colloquium | 16 UE |
| Gesamtumfang | 368 UE |
Hinweis
Das Abschluss-Colloquium ist ein spaparat zu buchender Kurs mit zusätzlichen Gebühren, welcher im LVR-Blidungsportal veröffentlicht wird.
Kursleitung
Michail Lagoudis und weitere Fachrefrenten aus der Praxis
Weitere Infomationen / Anmeldung
Die aktuellen Termine und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie in unserem LVR-Bildungsportal unter der Rubrik "LVR-Akademie - Weiterbildungen". Nutzen Sie hierfür den unten aufgeführten Link.