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Milieugestaltung in der forensischen Psychiatrie

Kurs 65/17

Zu den wesentlichen Aufgaben der Beschäftigten psychiatrischer Einrichtungen gehört die Schaffung, Aufrechterhaltung und bewusste Beeinflussung eines therapeutischen Milieus. Dies gilt in besonderem Maße auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der forensischen Psychiatrie, die als „totale Institution“ (Goffman) besonders viele Risiken der Entwicklung negativer Behandlungsmilieus trägt.
Es bestehen Wechselwirkungen zwischen dem Behandlungsmilieu und dem Zustand und Verhalten der Patientinnen und Patienten. Weil psychiatrische Symptome ebenso wie Delinquenz immer auch in Wechselwirkung mit den Anforderungen sozialer Rollen (ent)stehen, ist ein reflektierter Umgang mit Regeln und Normen, mit Pflichten und Freiheiten, mit Individualität und dem Sozialen notwendig und therapeutisch wirksam. Die Wirksamkeit eines therapeutischen Milieus kann sich nur verwirklichen, wenn die Begegnungen, die darin stattfinden, aus Sicht der Betroffenen hilfreich sind.
Im Seminar werden zentrale Milieufaktoren forensischer Stationen ebenso vorgestellt wie negative Einflüsse des Behandlungsmilieus und Möglichkeiten, diese auf der eigenen Station zu identifizieren. Merkmale eines therapeutischen Milieus und Prinzipien milieutherapeutischer Arbeit in der forensischen Psychiatrie werden, u.a. an praktischen Beispielen, erörtert. Ziel des Seminars ist die Erweiterung der Kompetenzen, das therapeutische Milieu im eigenen Arbeitsbereich zu analysieren und zu verbessern.

Methoden

Theorieinput, Gruppenarbeit, Erfahrungsaustausch, Diskussion, Übungen

Zielgruppe

Beschäftigte des Pflege- und Erziehungsdienstes
(Typ B, s. Hinweise: Platzkontingente)

Leitung

Stefan Jünger

Termin

09.10. – 11.10.17

Ort

Solingen

Kosten

Kursgebühr € 195,-

Anmeldeschluss

09.08.17

Hinweise

Für Beschäftigte des LVR entfällt die Kursgebühr

Freiwillige Registrierung (12 Punkte für Pflegende)